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Sonntag, 04 February 2018

Fernsehbeitrag - Die Lichtdesignerin Lucie Koldova

Unser Kamerateam begleitet die Designerin in Köln, Prag und im böhmischen Janstejn

„Licht ist Energie, ist Emotion, ist Stimmung”, sagt die tschechische Lichtdesignerin Lucie Koldova. Und als wir ihre Lampen zum ersten Mal auf der Kölner Möbelmesse imm sehen, wissen wir genau, was sie meint. Sie haben dieses gewisse Etwas, dem man sich nicht entziehen kann. Mal haben ihre Lampen die Form von Macarons – einem französischen Gebäck und heißen auch gleich so, mal hängen sie wie zwei Meter lange Wunderkerzen oder wie Orgelpfeifen von der Decke. Sie spielt mit Licht, mit Formen und Materialien.

2010 schloss Lucie Koldová ihr Studium an der Akademie für Künste, Architektur und Design in Prag ab und ging nach Paris, wo sie ihr eigenes Studio eröffnete. Kurz darauf sorgte sie mit ihrer Leuchtenkollektion „Muffins”, die sie für die tschechische Firma Brokis gestaltete, für Aufsehen. Das war ihr internationaler Durchbruch. Ihre Lampenkreationen sind schlicht, elegant und mit viel Liebe zum Detail entworfen. Inzwischen lebt und arbeitet die 34-Jährige wieder in ihrer Heimatstadt Prag, wo sie ihr eigenes Studio betreibt. Sie ist der kreative Kopf des Unternehmens Brokis, das seit einigen Jahren mit außergewöhnlichen Leuchten auf sich aufmerksam macht. Außerdem designt sie für renommierte Firmen wie Per/Use, La Chance sowie Haymann Edition und entwirft neben ihren Leuchten auch Möbel, Schmuck und Alltagsgegenstände.

Lucie Koldová kombiniert bei der Umsetzung ihrer Ideen klassische Handwerkskunst mit modernsten Technologien. Viel Wert legt die Designerin auf die Beschaffenheit ihres Arbeitsmaterials. Schön soll es sein und eine gewisse Poetik in sich bergen. An der Lichtgestaltung interessiere sie vor allem die Energie. „Licht steht für eine bestimmte Energie: Es sendet Schwingungen aus, und es wirkt sehr verführerisch in Kombination mit Glas”, verrät sie. Für ihren Umgang mit Glas wurde sie als „Czech Designer oft he Year” und „Elle Decoration talent” ausgezeichnet.

Auf der diesjährigen Möbelmesse in Köln gestaltete Lucie Koldová als „Guest of Honor 2018” Das Haus, zeigt darin ihre Vision vom Wohnen und nennt sie „Light Levels”. Doch bevor sie einen Raum schmücken und ihm Licht spenden, durchlaufen sie einen komplexen Produktionsprozess und gehen durch die Hände von mehr als dreißig Menschen.

In der Glasmanufaktur der Firma Brokis in Janstejn, die Lucie Koldovas Lampen herstellt, kann das Kamerateam von Basiliscus Film dies sehr schön beobachten. Böhmisches Glashandwerk in Vollendung.

Publiziert in Kategorie: TV-Magazine
Mittwoch, 31 January 2018

Film­produk­tion: Lampen­design mit Glas aus dem Böhmer Wald

Schon lange wollen wir einen Film über die böhmische Glaskunst machen. Immer wieder streifen wir das Thema, sind begeistert von der alten Tradition und diesem wunderbaren Handwerk. Als wir ganz zufällig die tschechische Lichtdesignerin Lucie Koldova entdecken und sie auf der diesjährigen Möbelmesse IMM in Köln persönlich kennenlernen, konkretisiert sich dieser Wunsch. Für die Euromaxx-Redaktion der Deutschen Welle fahren wir nach Tschechien. Zuerst in den kleinen Ort Janstejn, 150 Kilometer südöstlich von der Hauptstadt Prag entfernt.

Böhmische Glaskunst der Firma Brokis und der Designerin Lucie Koldová

In der Glasmanufaktur der Firma Brokis produzieren sehr talentierte Glasbläser Lucie Koldovás exklusive Lampen. Zu sehen wie die Lampen entstehen, ist absolut faszinierend. In der Halle stehen viele Glasöfen, die bis auf 1400 Grad erhitzt werden. Die Glasbläser und ihre Helfer sind hoch konzentriert. Diese schwere körperliche Arbeit erledigen sie mit einer erstaunlichen Leichtigkeit, die am Ende dem Produkt entspricht, das sie erschaffen. Uns beeindruckt das sehr. Die Fabrik ist mehr als 200 Jahre alt und stand vor einigen Jahren kurz vor der Schließung. Geschäftsführer Jan Rabell erfuhr davon und kaufte die Manufaktur. Sein eigentlicher Plan war es, sie vor der Insolvenz zu retten und für einen guten Preis weiter zu veräußern. Doch dann kam alles anders. Der Betriebswirt verliebte sich in das Material Glas, wie er uns mit einem großen Lächeln erzählt. Er war so fasziniert von den Möglichkeiten, die es bietet, dass er sich entschloss, die Manufaktur zu behalten und sogar mit seiner Familie von Prag in die Nähe von Janstejn zog. Jan Rabell modernisierte die Fabrik, erneuerte die Öfen und engagierte die besten Glasbläser, die er finden konnte. Die Firma Brokis war geboren und mit dem neuen Namen auch eine komplett neue Produktlinie.

Altes Handwerk, neues Design

Jan Rabell setzte auf junge innovative Designer, hochwertige Glasverarbeitung und neue Techniken. So entstand die Kooperation mit Lucie Koldova. Als die beiden sich kennenlernten, lebte die Lichtdesignerin in Paris. Für Brokis kam sie zurück nach Prag, führt dort ihr eigenes Studio und ist außerdem Art Direktorin bei Brokis. Ihre große Leidenschaft gilt der Gestaltung von Lampen. Sie setzt Licht in Szene, spielt mit der Energie, die von ihm ausgeht. Licht ist pure Emotion, verrät sie und außerdem ist sie stolz auf die tschechische Glastradition. „Hier in Tschechien sind wir richtig gut darin dieses alte Handwerk auszuüben. Wir wissen, was wir können. Das möchte ich unterstützen, darum bin ich zurückgekommen”, erzählt uns Lucie Koldova während der Dreharbeiten in Prag. Ihre Entwürfe sind extravagant, denn sie baut nicht einfach einen Glaskörper um eine Lichtquelle, sondern oft verschmilzt beides miteinander. Oder die Quelle durchbricht den Körper. Auch die Größe ihrer Lampen ist ungewöhnlich und der Materialmix. Neben Glas setzt sie Holz, Stein, Leder oder Seilband ein.

Als unsere Filmproduktion sie in ihrem Studio zum Interview trifft, sehen wir eine Auswahl der fünfzehn unterschiedlichen Lampen, die sie bis jetzt kreiert hat. Wir können uns schwer entscheiden, welche wir am Schönsten finden. Sie sind einfach alle schön! Brokis ist spezialisiert darauf, große Glaskörper zu blasen. Außerdem mischen sie selbst die Farben für das Glas, ein weiteres ihrer Markenzeichen. „Lucie überwindet Grenzen mit ihren Ideen. So schafft sie es uns immer wieder zu überraschen”, sagt Jan Rabell. Und auch wenn die Glasbläser manchmal den Kopf schütteln, weil die ersten Entwürfe zu waghalsig sind, feilt das Team solange an dem Entwurf, bis jedes Detail stimmt. Manchmal dauert das ein Jahr oder länger. Aber nichts ist unmöglich: Das ist das Brokis-Motto. Mit Lucie Koldova findet es seine Vollendung.

In der Glasbläserei von Brokis

Glasbläser in der Glasmanufaktur der Firma Brokis in Janstejn

Filmproduktion - Kameramann Uwe Schwarze probiert das Glasblasen

Kameramann Uwe Schwarze probiert es auch einmal

Filmproduktion - Interview von Basiliscus Film mit Jan Rabell

Jan Rabell, Geschäftsführer der Firma Brokis im Interview

Formen der heißen Glaskörper

Ein Glaskörper entsteht

Ein regal voll mit alten Formen

Formen für die Lampen

Lucie Koldova mit Stephanie Drescher und Lenka Kalinova

Lucie Koldova mit Autorin Stephanie Drescher und Lenka Kalinova

Publiziert in BLOG - NEWS
Montag, 25 January 2016

Winterschlaf - Übernachten im Fernsehturm

Ein Fernsehbeitrag und Architekturporträt von einem außergewöhnlichen Berghotel

Residieren in einem spacigen Turm im tschechischen Liberec/Reichenberg. Das Hotel „Ještěd” ist das Wahrzeichen der nordböhmischen Region. Aufgrund seiner exponierten Lage, 1012 Meter über dem Meeresspiegel auf dem Berg Ještěd lässt sich dieser außergewöhnliche Bau auch kaum übersehen, sobald man nach Liberec reist. Die Stadt an der Neiße wird übrigens auch das tschechische Innsbruck genannt. Für seine einzigartige Architektur erwarb Ještěd 1969 den Auguste-Perret-Preis, ist außerdem nationales Kulturdenkmal und Bauwerk des Jahrhunderts! Zum Hotel auf dem Gipfel gelangt man unter anderem mit einer Kabinenseilbahn, diese ist eine Rarität in der Tschechischen Republik.

Mit besonderem Retro-Chic erinnern die Hotelzimmer an Kabinen in einem Raumschiff. Von jedem hat man eine atemberaubende Aussicht auf die Umgebung. Das Restaurant wurde kürzlich in den Reiseführer „Maureres Auswahl 2014” aufgenommen, somit gehört es zu den 610 besten Restaurants Tschechiens. Die Region rund um den Berg Ještěd ist beliebt für Wintersportaktivitäten. Direkt unter dem Berg befindet sich ein Skiareal mit Skifahrenmöglichkeiten, Skisprungschanzen. Wenn nötig, werden die Skipisten auch künstlich beschneit. Das Skiareal ist mit dem Hotel durch eine Kabinenbahn verbunden.

Filmproduktion für die Deutsche Welle

Die Filmproduktion von Basiliscus FIlm trifft den Direktor des Hotels. Er erzählt uns, warum ein Retrohotel auf dem Berg ein Anziehungspunkt ist. Milena Lánská vom Bürgerverein Ještěd 73 spricht mit uns über Geschichte und Idee des Hotels. Wir werfen einen Blick in das Restaurant und die Küche und lassen uns von Chefkoch Jiri Kucera erzählen, warum es auch eine Herausforderung sein kann, im Ještěd zu kochen. Und wir zeigen, wie man nächtigt im Hotel und wo man die besten Skipisten findet.

Publiziert in Kategorie: TV-Magazine

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