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Orientierung

Welches Video braucht ihr eigentlich?

Imagefilm, Erklärfilm, Eventfilm: Die Begriffe sind nirgends definiert und überschneiden sich. Kein Wunder, dass sie durcheinandergeraten. Wir sortieren sie.

Viele Anfragen bei uns beginnen mit einem Satz: »Wir bräuchten einen Imagefilm.«

Oft stimmt das nicht. Nicht, weil die Leute etwas falsch machen – sondern weil »Imagefilm« der einzige Begriff ist, den fast jeder kennt. Er wird zum Sammelwort für alles, was mit einer Kamera aufgenommen wird.

Diese Seite räumt das auf. Sie erklärt keine Fachbegriffe, sondern die drei Verwechslungen, die uns im Erstgespräch tatsächlich am häufigsten begegnen. Danach wisst ihr, wonach ihr fragen müsst – bei uns oder bei irgendjemand anderem.

Vorweg: Die Begriffe sind nicht genormt

Es gibt keine verbindliche Definition von »Imagefilm« oder »Unternehmensfilm«. Jede Produktionsfirma benutzt sie leicht anders, und wer euch etwas anderes erzählt, verkauft euch seine Hausdefinition als Branchenstandard.

Was wir unten beschreiben, ist unser Sprachgebrauch. Wichtig ist nicht, dass ihr ihn übernehmt. Wichtig ist, dass ihr im Gespräch merkt, wenn ihr und euer Gegenüber dasselbe Wort für zwei verschiedene Dinge benutzt.

Die zwei Fragen, die alles entscheiden

  1. Wer sitzt vor dem Film — und was weiß die Person schon?

Ein Bewerber, der noch nie von euch gehört hat, braucht etwas anderes als ein Einkäufer, der euer Angebot bereits geprüft hat, oder ein Mitarbeiter, der eine neue Vorschrift verstehen muss.

  1. Was soll danach passieren?

Anrufen. Bewerben. Verstehen. Beim nächsten Mal dabei sein. Sich an euch erinnern, wenn es in zwei Jahren relevant wird.

Wenn ihr diese zwei Fragen beantworten könnt, ist die Formatfrage in fünf Minuten geklärt. Wenn nicht, hilft auch das schönste Konzept nicht – dann entsteht ein Film, der allen gefällt und niemanden bewegt.

Verwechslung 1: »Imagefilm« ist meistens ein Sammelbegriff

Hinter dem Wort stecken fast immer zwei sehr unterschiedliche Filme. Der deutlichste Unterschied ist nicht der Stil, sondern das, was danach hängen bleiben soll.

Nach einem Imagefilm soll jemand etwas fühlen. Nach einem Unternehmensfilm soll jemand etwas wissen.

Stellt euch vor, der Film ist zu Ende und der Zuschauer sagt genau einen Satz.

Beim Imagefilm wäre das: »Mit denen würde ich gern arbeiten.«

Beim Unternehmensfilm: »Ah, jetzt verstehe ich, wie die das machen.«

Das sind zwei völlig verschiedene Aufträge.

Ein Beispiel: ein Maschinenbauer mit 200 Mitarbeitern

Der Imagefilm zeigt den Meister, der seit 30 Jahren im Betrieb ist und erzählt, warum er bei jedem Teil noch persönlich draufschaut. Drei Minuten, wenige Fakten, ein Gefühl von Sorgfalt. Er läuft auf der Startseite, auf der Messe im Loop und am Anfang von Präsentationen.

Der Unternehmensfilm zeigt dieselbe Firma vom Wareneingang bis zur Endabnahme: Fertigungstiefe, Prüfverfahren, Kapazitäten, Zertifizierungen. Sieben Minuten, viele Fakten. Er geht als Link ins Angebot, läuft im Vertriebstermin und beim Onboarding neuer Kunden.

Gleiche Firma, gleiche Wahrheit, zwei Filme, die man nicht gegeneinander tauschen kann.

Drei Unterschiede, an denen ihr es festmachen könnt

  • Der Imagefilm richtet sich an Menschen, die euch noch nicht kennen. Der Unternehmensfilm an Menschen, die schon mit euch im Gespräch sind und jetzt Genaueres wissen wollen.
  • Der Imagefilm hält Jahre, weil sich Haltung selten ändert. Der Unternehmensfilm veraltet mit jeder neuen Halle, jeder neuen Zertifizierung, jedem neuen Verfahren. Das ist kein Mangel – das muss nur bei der Budgetierung mitgedacht werden.
  • Beim Imagefilm sitzen Geschäftsführung und Marketing im Abnahmetermin. Beim Unternehmensfilm sitzt die Fachabteilung dabei und korrigiert Details. Wenn ihr schon beim Briefing merkt, dass die Technik unbedingt mitreden muss, redet ihr über einen Unternehmensfilm.

Und der häufigste Fehler: beides gleichzeitig zu wollen. Das Ergebnis ist ein Film, der zu unkonkret ist, um zu informieren, und zu sachlich, um jemanden zu bewegen. Wenn beides gebraucht wird, dann als zwei Filme – oft aus einem Dreh, aber mit zwei Schnittfassungen.

Woran ihr es merkt: Fragt euch, ob der Film in drei Jahren noch stimmt. Wenn ja, ist es ein Imagefilm. Wenn nicht, ist es ein Unternehmensfilm – und der gehört alle paar Jahre erneuert.

Verwechslung 2: Ein Erklärfilm ist kein Animationsfilm

Das ist die hartnäckigste Gleichsetzung. »Erklärfilm« ist bei den meisten Leuten fest verdrahtet mit bunten Figuren, die über einen weißen Hintergrund gleiten.

Erklärfilm ist eine Aufgabe. Animation ist eine Technik. Die beiden haben nichts miteinander zu tun.

Animation ist stark, wenn es nichts zu filmen gibt: abstrakte Prozesse, Datenflüsse, Dinge im Inneren einer Maschine, Zukunftsszenarien, chemische Vorgänge. Wer eine Software erklärt, kommt an Animation kaum vorbei.

Realfilm ist stark, wenn es etwas zu zeigen gibt — und wenn Glaubwürdigkeit zählt. Eine Sicherheitsunterweisung, die eine echte Baustelle zeigt, wird anders ernst genommen als eine mit einem gezeichneten Männchen. Ein Verfahren, das man tatsächlich sehen kann, muss man nicht abstrahieren. Und Menschen, die aus ihrer Arbeit erzählen, sind durch nichts zu ersetzen.

Die ehrlichste Antwort ist häufig: beides. Realfilm als Rückgrat, Animation für die drei Stellen, an denen die Kamera nicht hinkommt.

Woran ihr es merkt: Fragt nicht »Animation oder Realfilm?«, sondern »Kann man das, was erklärt werden soll, sehen?«. Wenn ja, filmt es. Wenn nein, zeichnet es. Wenn teils, teils – dann macht es auch teils, teils.


Erklärfilme für die BG Bau

Warum ist die Betriebliche Erklärung für die Baugenossenschaft so wichtig? Eine achtteilige Webserie, in der Vertreter der Baubranche erklären, warum sie die Betreibliche Erklärung unterzeichnet haben.

Verwechslung 3: Eventfilm oder Konferenzmitschnitt?

Das klingt nach einer Nuance und ist die Entscheidung zwischen zwei völlig verschiedenen Produktionen.

Der Konferenzmitschnitt dokumentiert. Vorträge in voller Länge, verständlicher Ton, lesbare Präsentationen. Ziel ist Nachnutzbarkeit: Wer nicht dabei war, soll es nachsehen können. Das ist in erster Linie ein technischer Auftrag – feste Kameras, Ton vom Mischpult, wenig Gestaltung. Am Ende habt ihr mehrere Stunden Material, das jemand gezielt anschauen kann.

Der Eventfilm erzählt. Er wählt aus, kürzt, ordnet ein und arbeitet mit Stimmung, Gesichtern und Ortswechseln. Am Ende habt ihr wenige Minuten, die jemand freiwillig ansieht – und die weitergegeben werden. Wenn ihr dafür den Begriff Aftermovie im Kopf habt: Das ist dasselbe. Das Wort kommt aus der Festival- und Messewelt und hat sich für Eventfilme eingebürgert, die stark mit Musik und Tempo arbeiten. Fragt uns nach einem Aftermovie oder nach einem Eventfilm – wir meinen dasselbe Produkt.

Das eine ersetzt das andere nicht. Ein Eventfilm beantwortet nicht, was in Vortrag vier gesagt wurde. Ein Mitschnitt taugt nicht für die Startseite.

Wer beides braucht, muss es vorher sagen. Ein Team, das für den Mitschnitt im Saal gebucht ist, dreht keine Nahaufnahmen im Publikum. Rückwirkend lässt sich aus einem Vollmitschnitt kein Eventfilm schneiden – das Material dafür existiert nicht. Das ist der häufigste vermeidbare Ärger bei Veranstaltungen, und er kostet immer mehr als die Entscheidung vorher.

Woran ihr es merkt: Fragt euch, wer das Ergebnis anschaut und warum. Wer den Inhalt braucht, bekommt einen Mitschnitt. Wer einen Eindruck bekommen soll, einen Eventfilm.

Und wann braucht ihr uns nicht?

Damit wir ehrlich bleiben:

  • Reine Mitschnitte ohne Anspruch – wenn ein Vortrag nur intern archiviert werden soll, reicht oft ein guter Veranstaltungstechniker mit zwei Kameras aus. Dafür braucht es keine Produktionsfirma.
  • Schnelle Social-Clips aus dem Arbeitsalltag – was Authentizität transportieren soll, verliert durch Hochglanz. Wenn jemand bei euch ein Auge dafür hat, macht es besser selbst. Wir helfen dann eher beim Rahmen als beim Drehen.
  • Ein Film ohne Anlass – wenn niemand sagen kann, wer ihn wo sehen soll, ist das Geld in etwas anderem besser aufgehoben. Wir sagen das im Erstgespräch, wenn wir es so sehen.

Immer noch unsicher?

Dann ist das kein schlechtes Zeichen, sondern der normale Zustand vor dem ersten Gespräch.

Erzählt uns, was ihr erreichen wollt. Wir sagen euch, welches Format dafür passt, auch wenn es eines ist, das wir nicht anbieten.


Weiterführend

  1. Imagefilm – wenn Menschen euch noch nicht kennen sollen

  2. Industriefilm – wenn Verfahren und Anlagen verständlich werden müssen

  3. Recruiting-Video wenn Bewerber die entscheidende Zielgruppe sind

  4. Eventfilm wenn ein Anlass festgehalten oder beworben werden soll

  5. Livestream wenn es live und in Echtzeit stattfinden muss

  6. Social-Media-Video wenn die Ausspielung über Feeds läuft

  7. Kosten einer Filmproduktion wenn ihr wissen wollt, worüber wir preislich reden