Filmprojekt über ein geplantes Denkmal im Berliner Tiergarten über Zeugen Jehovas im Dritten Reich
Die Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum beauftragte uns, den Film »Bibelforscher – unglaublicher Mut« zu produzieren – eine historische Einordnung der Zeugen Jehovas in der Zeit des Nationalsozialismus.
Hintergrund ist das geplante Denkmal im Berliner Tiergarten, das an den Widerstand der Religionsgemeinschaft erinnern soll: Aus Glaubensgründen verweigerten die Zeugen Jehovas die Teilnahme an Hitlers Tötungsmaschinerie und nahmen dafür Verfolgung, Inhaftierung und Ermordung in Kauf – ein Akt des Widerstands, der bis heute kaum bekannt ist.
Konzeption und Umsetzung
Postproduktion als gestalterisches Zentrum
Für die Realisierung dieses Films war unser eigentlicher Drehaufwand vergleichsweise gering. Der gestalterische Schwerpunkt lag ganz klar in der Postproduktion – insbesondere im Schnitt, wo wir die Struktur, Dramaturgie und inhaltliche Verdichtung maßgeblich entwickelt haben. Filmprojekte wie dieses entstehen konzeptionell primär im Schneideraum.
Archivmaterial und visuelle Kontextualisierung
Die visuelle Grundlage bildeten überwiegend historische Film- und Fotodokumente aus verschiedenen Archiven und Sammlungen. Der Umgang mit solchem Quellenmaterial ist für uns als Filmemacher immer eine kleine Herausforderung, denn er erfordert eine sehr sorgfältige Auswahl sowie eine inhaltlich reflektierte Kontextualisierung. Ergänzend haben wir eigens für die Produktion animierte Grafiken konzipiert, die zentrale historische Bilddokumente visuell noch einmal akzentuieren und ihre Relevanz dramaturgisch verstärken.
Integrierter Workflow und technische Umsetzung
Schnitt, Farbkorrektur sowie sämtliche VFX-Kompositionen haben wir vollständig in DaVinci Resolve realisiert. So konnten wir den ganzen Produktionsprozess über in einem Programm arbeiten und auf externe Programme wie After Effects oder Motion verzichten. Dieser konsolidierte Workflow war sehr effizient und minimierte Schnittstellenverluste. Außerdem ermöglichte er uns, sehr flexibel und schnell auf Änderungswünsche unserer Auftraggeberin einzugehen.
Dramaturgische Klanggestaltung
Ein weiterer wichtiger Punkt war die Musikauswahl. Wir wollten eine sensible und dramaturgisch präzise Klanggestaltung für den Film, die der inhaltlichen Tiefe des Themas in jeder Sequenz gerecht wird. In seiner kompakten Länge von 3,5 Minuten bietet der Kurzfilm eine informative Annäherung an ein bislang wenig beachtetes Kapitel der Geschichte und macht zugleich auf die Bedeutung des geplanten Denkmals als Ort des Erinnerns aufmerksam.