Fernsehreportage – Der Automöbelbauer Martin Schlund
Der Designer Martin Schlund aus Emmendingen baut Möbel aus alten Autos
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Aus einem ausgedienten VW-Käfer wird ein Doppelbett. Aus einer Mercedes S-Klasse ein Sideboard. Aus dem Heck eines Kugelporsche eine Bar. Was wie das Programm einer Designausstellung klingt, ist seit über zwanzig Jahren das Tagesgeschäft von Martin Schlund. Der studierte Archäologe aus Emmendingen baut aus alten Autos individuelle Designmöbel – Unikate, die seine Kunden bis nach Australien verschicken lassen. Für das Magazin euromaxx der Deutschen Welle hat unser Filmteam Schlund Ende Januar 2014 in seiner Werkstatt besucht.
Vom Trabi für fünf D-Mark zum Mercedes für Sydney
Begonnen hat alles vor zwanzig Jahren mit einem TV-Bericht über einen pinken Cadillac, der zum Sofa umgebaut worden war. Kurz nach der Wende kaufte Schlund einen Trabant für fünf D-Mark und schraubte sein erstes Möbel zusammen. Heute hat er 110 Unikate gebaut – bis zu 150 Stunden Arbeit pro Stück, Preise ab 4.000 Euro. Eine Küche fehle ihm noch, sagt er – seine Idee: ein Herd, integriert in eine Motorhaube.
Beim Drehtermin steht in der Emmendinger Werkstatt ein Mercedes W108 vor der Endmontage; der Schreibtisch geht nach Australien. In der zweiten Werkstatt in Waldkirch beginnt parallel ein VW Bulli sein zweites Leben als Kleiderschrank – Schlunds erster Schrank überhaupt. Was seine Möbel über das Handwerk hinaus trägt, sind die Geschichten, die seine Kunden mitbringen: das erste Auto der Jugend, der Wagen der Hochzeitsreise, der Mercedes des verstorbenen Vaters, den ein Sohn nicht verkaufen, sondern zum Sideboard umbauen ließ.
„Die Intention beim Automöbelbau ist die Metamorphose – dass aus einem Haufen alten, rostigen Blechs ein neues, wunderschönes Möbel wird, das geliebt wird." – Martin Schlund
Wie unser Filmteam gearbeitet hat
Eine Werkstattgeschichte für ein internationales Publikum braucht Bilder, die ohne Übersetzung funktionieren. Autorin Stephanie Drescher hat den Beitrag recherchiert und die Dramaturgie so angelegt, dass beide Werkstätten in einer einzigen Tagestour zu schaffen waren – fertiges und beginnendes Möbel im selben Beitrag, Endmontage in Emmendingen, Auftakt am VW Bulli in Waldkirch.
Kameramann Uwe Schwarze hat die Detailaufnahmen realisiert, auf die ein Porträt dieser Art angewiesen ist: Schweißnaht entlang einer barocken Mercedes-Rundung, frisch poliertes Chrom, die Hände am Material.
Schnitt und Colorgrading erfolgten anschließend in unserem Berliner AVID-Schnittplatz, dazu Musikrecherche und Fotobearbeitung – alles aus einer Hand. Nun musste der Beitrag nur noch bei der Deutschen Welle vertont werden. Aus einem vollen Drehtag sind so rund vier Sendeminuten geworden, die das deutsche Handwerk auch dort lesbar machen, wo niemand Mercedes W108 sagt.
Im selben Magazinformat haben wir kurz darauf eine Reportage über die Renaissance der Berliner City West realisiert; ein verwandtes Designer-Porträt finden Sie beim Künstler-Duo Neulant van Exel. Mehr zu unserem Leistungsprofil unter TV-Produktion und Reportagen. Die Möbel selbst gibt es bei automoebeldesign.de.
Produktion: Basiliscus Film GbR · Berlin
Auftraggeber: Deutsche Welle (DW) · Magazin euromaxx
Thema: Möbeldesign · Upcycling · Handwerk
Drehorte: Emmendingen und Waldkirch (bei Freiburg)
Drehtag: 29. Januar 2014
Sendetermin: 4. Februar 2014
Länge: ca. 4 Minuten
Autorin / Regie: Stephanie Drescher
Kamera & Schnitt: Uwe Schwarze
Im Bild: Martin Schlund (Möbelbauer / Automöbeldesign)
Archivmaterial: V8 Hotel Stuttgart-Böblingen
Kunde
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Unsere Dienstleistung
- Recherche, Organisation und Planung der Filmproduktion
- Dreharbeiten mit eigenem Equipment (Sony Z7, Nikon D800)
- Regie und Interviews
- Postproduktion und Colorgrading mit AVID Symphony am MacPro
- Recherche und Musikauswahl
- Fotobearbeitung und Grafikanimationen mit After Effects
- Erstellung der Texte für den Offsprecher
- Transcodierung für HD-Verwertung
