Ausbildungsplätze bleiben leer: Was ein Recruiting-Video wirklich leisten muss
Eine aktuelle Studie zum Ausbildungsmarkt bei haufe.de legt ein unbequemes Muster offen: Betriebe lassen im Recruiting genau die Informationen weg, nach denen Bewerber:innen suchen: Vergütung, Ablauf der Ausbildung, weiterführende Perspektiven. Fehlende Antworten bedeutet hier fehlende Azubis. Ein Film ist gut darin, Antworten sichtbar zu machen. Für uns ist die Studie der Anlass, einmal aufzuschreiben, worauf es ankommt, wenn ein Film diese Lücke schließen soll.
Recruiting-Video für die Ausbildung: Was der Film beantworten muss, damit sich jemand bewirbt
Zunächst die Ausgangslage: Der Ausbildungsmarkt hat sich gedreht. 2025 hatte weniger als die Hälfte der Bewerber:innen mehr als ein Angebot in der Hand; 2026 sind es nur noch drei von zehn, der niedrigste Wert seit Beginn der Messung 2014. Und trotzdem bleibt jeder dritte Ausbildungsplatz unbesetzt.
Das klingt widersprüchlich: weniger Auswahl für die Jugendlichen, und Industrie und Handwerk finden trotzdem keine Auszubildenden. Der Grund ist meist nicht zu wenig Geld im Recruiting oder die falsche Plattform. Er liegt darin, was Betriebe erzählen und was nicht.
Betriebe lassen genau die Infos weg, nach denen gesucht wird
Die Stellenanzeige ist längst nicht der einzige Weg zum Nachwuchs. Für die Ausbildung ist sie aber weiterhin der erste Kontaktpunkt: Die meisten Jugendlichen stoßen über Jobbörsen und die Unternehmenswebseite darauf – jeweils 44 % nutzen diese Wege – also genau dort, wo später auch der Film steht.
Und hier ist die Studie ziemlich deutlich. In den Stellenanzeigen der Ausbildungsbetriebe:
- nennen nur 46 % die Ausbildungsvergütung als konkreten Betrag
- erklären nur 39 %, wie die Ausbildung überhaupt abläuft
- beschreiben nur 43 %, welche Perspektiven es nach der Ausbildung gibt
Gleichzeitig ist eine faire Vergütung für 88 % der Jugendlichen ein wichtiges Argument. 23 % der Betriebe zahlen sogar mehr als üblich und erwähnen es nicht. Sie verschenken ihr bestes Argument.
Kurz: Nicht zu wenig Aufmerksamkeit ist das Problem, sondern zu wenige Antworten.
Ein Film zeigt, was ein Text nur behauptet
Genau das kann ein Film besser als jede Anzeige: zeigen, statt behaupten. »Gutes Betriebsklima« kann jeder schreiben. Und weil es alle schreiben, glaubt es keiner. Ein Film braucht die Behauptung nicht. Er zeigt die aufgeräumte Werkstatt, die modernen Maschinen, das helle Büro, die Menschen, mit denen man morgens zusammensteht, und wie sie miteinander umgehen. In zwei Minuten sehen Bewerber:innen, worauf sie sich einlassen.
Und sie bekommen Antworten auf die Fragen, die über eine Bewerbung entscheiden: Wie sieht mein Arbeitsplatz aus? Wer bildet mich aus? Was mache ich in den ersten Wochen? Was kommt danach: Übernahme, Weiterbildung, Aufstieg?
Das ist keine Imagepflege wie bei einem Imagefilm. Das sind die Antworten, die aus Interesse eine Bewerbung machen.
Der beste Film nützt nichts am falschen Ort
Bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz führt kein Weg an der Google-Suche vorbei: 69 % der Jugendlichen fangen dort an, 44 % landen auf der Website des Betriebs. Social Media liegt mit 24 % deutlich dahinter.
Für ein Recruiting-Video heißt das: Er gehört nicht nur in einen Social-Media-Feed, sondern dahin, wo tatsächlich gesucht wird – auf die Karriereseite, ins Google-Unternehmensprofil, auf YouTube, verlinkt aus der Stellenanzeige. Ein Film, der einmal durch den Feed läuft und dann verschwindet, verpufft. Ein Film, der auffindbar bleibt, arbeitet monatelang weiter.
Deshalb denken wir einen Recruiting-Film vom Ende her: Wo wird er später stehen, und welche Frage muss er an diesem Ort beantworten? Ein Clip fürs Handy im Feed ist anders gebaut als der Film auf der Karriereseite. Oft braucht ihr beides – aus einem Dreh, in mehreren Fassungen (16:9 für die Website, 9:16 für Social-Media und das Handy).
Was das für die Filmproduktion bedeutet
Ein wirksames Recruiting-Video entsteht nicht dadurch, dass man eine Kamera in den Betrieb stellt und Menschen ihren Text aufsagen lässt. Es entsteht aus einer klaren Vorüberlegung: Wen wollt ihr erreichen, welche Fragen hat diese Person, und welche ehrliche Antwort könnt ihr geben? Ist die Übernahme gesichert, zeigen wir das. Ist die Ausbildung anspruchsvoll, verschweigen wir das nicht.
Als Filmproduktion planen wir diesen Weg von der ersten Idee bis zur fertigen Fassung: Konzept, Drehtag im Betrieb, Schnitt und die verschiedenen Formate für die Ausspielung. Ein schlanker Recruiting-Film kommt dabei oft mit einem Drehtag aus; bei schlanken Entscheidungswegen geht es ab rund acht Tagen, üblich sind vier bis acht Wochen von der Anfrage bis zur fertigen Datei.
Der teuerste Fehler
Der teuerste Fehler ist nicht der zu kleine Film. Es ist der schöne Film, der die entscheidende Frage nicht beantwortet. Ein Bewerber, der nach dem Ansehen nicht neugierig geworden ist, bewirbt sich woanders. Ein Film, der Vergütung, Ablauf und Perspektive klar macht, nimmt genau die Hürden weg, an denen die Studie das Problem festmacht.



