Untertitel für Videos: Pflicht, Kosten und wie es günstig bleibt
Seit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) brauchen viele öffentlich zugängliche Videos barrierefreie Untertitel – betroffen sind vor allem Videos, die als Teil eines Verbraucher-Angebots auf einer Website laufen. Als Berliner Filmproduktion setzen wir diese Untertitel für neue Filme ebenso um wie für bestehende Videos, die nachgerüstet werden müssen. Wir unterscheiden dabei zwei Arten: schlichte, gesetzeskonforme Untertitel und gestaltete Untertitel fürs Social-Video. Was das BFSG konkret verlangt, wann Untertitel Pflicht sind und was sie kosten, lest ihr in diesem Beitrag.
Wann Untertitel Pflicht sind – und wann nicht
Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Für Videos heißt das vor allem: Untertitel. Aber das Gesetz meint nicht pauschal jedes Video.
Grob gesagt: Läuft euer Video öffentlich auf einer Website, die sich an Verbraucher:innen richtet – ein Recruiting-Film, ein Imagevideo –, ist es wahrscheinlich betroffen. Ein internes Erklärvideo im Intranet dagegen in der Regel nicht. Für Kleinstunternehmen gibt es im Dienstleistungsbereich eine Ausnahme, und Videos, die vor dem Stichtag online gingen, genießen teilweise Bestandsschutz. Ob euer konkretes Video darunterfällt, hängt vom Einzelfall ab – im Zweifel klärt das kurz eure Rechtsabteilung.
Ehrlich gesagt ist die Rechtslage aber nur der Anlass für diesen Beitrag. Der wichtigere Grund für Untertitel ist banaler: Die meisten Menschen schauen Videos stumm. Im Feed, im Großraumbüro, in der Bahn. Ohne Untertitel läuft euer Film – aber keiner versteht ihn.
Zwei Arten Untertitel: schlicht und gestaltet
Wenn Kund:innen »Untertitel« sagen, meinen sie oft zwei ganz verschiedene Dinge.
Das eine sind schlichte, saubere Untertitel: gut lesbar, richtig getimt, mit genug Kontrast. Die Sorte, um die es beim Gesetz geht. Sie sollen dafür sorgen, dass man das Video auch ohne Ton versteht. Klare Regeln, wenig Schnörkel – und deshalb schnell gemacht.
Das andere sind gestaltete Untertitel fürs Social-Video: animiert, Wort für Wort, in eurer Optik. Die sieht man in jedem zweiten Reel. Ihr Zweck ist nicht Barrierefreiheit, sondern Aufmerksamkeit – sie halten Leute im stummen Scrollen fest. Das ist mehr Handwerk, weil hier gestaltet und animiert wird.
Beides ist sinnvoll. Man sollte nur wissen, was man will – und nicht für Animation zahlen, wo schlichte Lesbarkeit reicht.
Das Transkript – der stille Helfer
Ein Transkript ist der ganze gesprochene Text zum Mitlesen, als Datei oder unter dem Video. Es hilft nicht nur Menschen, die nicht hören – es hilft auch Google. Suchmaschinen können den Text lesen, den sie im Video nicht hören. Heißt: Euer Video wird besser gefunden. Ein Transkript ist günstiger als Untertitel und lohnt sich fast immer als Ergänzung.
Wie wir Untertitel produzieren
Den ersten Wurf macht bei uns die KI im Schnittprogramm. Die zerlegt den gesprochenen Text grob in Untertitel – das ist die Fleißarbeit.
Den Rest machen wir von Hand, an unserem Schnittplatz in Berlin: Namen, Fachbegriffe und Zahlen richtigstellen, das Timing genau ans Bild anpassen, auf Lesbarkeit und Kontrast achten. Gerade bei Fachvokabular, Eigennamen oder Zahlen liegt die Maschine oft daneben – und genau da entscheidet sich, ob Untertitel professionell wirken oder peinlich. Die KI liefert den Entwurf, wir liefern die Qualität. So geht es schnell und stimmt am Ende trotzdem.
Was barrierefreie Untertitel kosten
Einen Preis, der für alles gilt, gibt es nicht – dafür sind die Varianten zu unterschiedlich. Aber die Logik ist einfach.
Schlichte, gesetzeskonforme Untertitel sind die günstigste Variante, weil die KI viel Vorarbeit abnimmt – Richtwert ab etwa 15 € pro Videominute. Gestaltete Social-Untertitel liegen darüber, weil Animation Zeit kostet. Transkripte sind günstiger als Untertitel. Und: Nachträglich ist immer teurer als gleich. Ein fertiges Projekt noch mal aufzumachen, einzuladen, zu prüfen und neu auszuspielen kostet extra Zeit – die spart ihr euch, wenn Untertitel von Anfang an eingeplant sind.
Deshalb unser Rat: Untertitel gehören an den Anfang einer Produktion, nicht ans Ende. Das ist günstiger, sieht besser aus – und ihr habt das Thema vom Tisch, bevor es euch von außen gestellt wird.



