TV-Produktion für das ZDF: So entsteht eine O-Ton-Reportage für »37 Grad Leben«
Von der Stoffentwicklung bis zur ZDF-Ausstrahlung: Unser Produktionsprozess
Ganz frei und ungeniert über die eigene Periode reden? Nicht nur mit Freundinnen, sondern auch mit dem Chef? Den Alltag auf den Menstruationszyklus abstimmen, sogar Termine verschieben, wenn diese in eine ungünstige Zyklusphase fallen? Zyklusorientiert leben und Leistungsgesellschaft – wie passt das zusammen?
Für die ZDF-Reportagereihe »37 Grad Leben« durften wir als erfahrenes Produktions-Team für TV-Produktion eine besondere Folge realisieren. Über mehrere Wochen haben wir zwei junge Frauen begleitet, die versuchen, ihr Leben nach ihrem Menstruationszyklus zu gestalten. In welcher Phase ist es unklug zu streiten? Wann ist der beste Zeitpunkt, einen Vortrag vor großem Publikum zu halten? Wann sollten Treffen mit Freund*innen eingeplant werden? Und macht das überhaupt alles Sinn? Sie erleben einige Herausforderungen, sogar in der eigenen Familie, aber stoßen auch auf viele positive Reaktionen.
Interviewgeführte Narration – Die Herausforderungen einer reinen O-Ton-Reportage
Unsere zwei jungen Protagonistinnen, Xenia und Steffi, erzählen uns ihre sehr persönliche Geschichte direkt in die Kamera. Sie führen uns durch den Film und sprechen das Fernsehpublikum unmittelbar an. Was bedeutet das für uns? Die reine O-Ton-Reportage erfordert eine besondere Protagonistenführung und eine ausführliche Vorbereitung unserer Autorin im Gegensatz zu einer traditionellen Reportage, in der sich Interviewpassagen mit einer Off-Ton-Sprecherin abwechseln. Daher beginnen wir mit einem ausführlichen Drehbuch, das auf ausführlichen Vorgesprächen mit den Protagonistinnen basiert. Wir müssen den gesamten Film im Voraus durchdenken, um sicherzustellen, dass unsere Idee und die interviewgeführte Narration funktioniert.
Brauchen wir eine Expertin, die das zyklusorientierte Leben bewertet, oder Personen, die den Protagonistinnen nahestehen, um zusätzliche Perspektiven zu erhalten? Diese Überlegungen fließen in unser Drehbuch ein, das als Grundlage für die Entwicklung unserer Fragen dient. Die Umsetzung als reine O-Ton-Reportage ist eine Königsdisziplin im Dokumentarfilm, da sie ohne erklärenden Off-Sprecher auskommt.
Authentisches Storytelling durch Technik: Einsatz des EyeDirect MKII
Um Xenia und Steffi dabei zu unterstützen, während der intensiven Interviews konsequent in die Kamera zu schauen, setzten wir in dieser Dokumentarfilm-Produktion den EyeDirect MKII Prompter ein. Dieses Spiegelsystem ermöglichte unserer Autorin Stephanie Drescher eine direkte psychologische Begleitung der Protagonistinnen, während das Publikum im fertigen TV-Beitrag eine unmittelbare, frontale Ansprache erlebt.
Diese Technik ist entscheidend für das Genre »37 Grad Leben«: Authentisch, unverblümt und nah dran. Als Produktionsfirma war es unsere Aufgabe, den organisatorischen Alltag der zyklusorientierten Lebensweise visuell zu übersetzen – eine logistische Herausforderung, die uns zu Drehorten in Berlin, München, Bonn und Düsseldorf führte.
FAQ: TV-Produktion und Dokumentarfilm mit Basiliscus Film
Von der Stoffentwicklung bis zur ZDF-Ausstrahlung: 5 Monate Produktion
»37Grad Leben« ist eine Reportagereihe im ZDF, die den Alltag junger Erwachsener aus deren Perspektive einfängt. Authentisch, unverblümt und nah dran. Doch wie visualisieren wir den zyklusorientierten Lebensstil, der ja vor allen Dingen eine organisatorische Aufgabe ist, die Disziplin, aber auch viel Wissen über den eigenen Körper voraussetzt?
Xenia und Steffi erzählen uns davon, wie sie ein Tagebuch führen und einen individuellen Kalender nur für den Menstruationszyklus entwickeln. Sie sprechen über Vorhaben und Verabredungen, die Bedeutung von Ernährung und Bewegung. So entstehen langsam Bilder in unseren Köpfen und wir planen die unterschiedlichen Drehorte in Berlin, München, Bonn und Düsseldorf.
So eine TV-Produktion erfordert nicht nur viel Kreativität und Handwerk, sondern auch eine ausgeklügelte Logistik und Organisationstalent, damit am Ende alles reibungslos läuft. Gemeinsam haben wir fünf intensive Monate Produktionszeit durchlebt – eine Reise voller Abenteuer, schöner Momente, Herzklopfen, Nervenkitzel, Abwägungen, Verwerfungen, zahlreicher Aha-Momente und neuer Erkenntnisse. Jetzt sind wir einfach nur noch gespannt auf die Reaktionen der Zuschauer*innen.