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Eigenproduktion · Dokumentarfilm · Berlin 2002

»Rauschzustände« – Dokumentarfilm über das Sammeln als Leidenschaft und Zwang

Drei Menschen, drei Sammlungen, eine Obsession

Was treibt Menschen dazu, Dinge zu sammeln, zu horten, zu ordnen – und loszulassen fällt ihnen schwerer als alles andere? Dieser Dokumentarfilm geht auf Spurensuche nach dem Wesen des Sammelns: als Leidenschaft, als Zwang, als Gedächtnis, als Lebensaufgabe.

Drei Protagonisten, drei radikale Antworten auf dieselbe Frage.

Paul: wenn Sammeln zur Lebensform wird

Paul sammelt alles, was noch irgendwie brauchbar sein könnte. Ein regelrechtes Mitleid mit den Dingen begleitet ihn dabei – und hat seine Wohnung bis unter die Decke gefüllt. Er weiß, dass er nicht aufhören kann, und weiß auch, dass er vieles längst nicht mehr findet. Doch was nach außen wie Chaos aussieht, folgt seiner ganz eigenen Ordnung. »Wenn was Brauchbares dabei ist, sammle ich weiter«, sagt er – und meint das ernst.

Dirik von Oettingen: Orangenpapiere als Lebenswerk

Dirik von Oettingen ist Hobbysammler von kleinen bunten Orangenpapieren, einigen tausend an der Zahl. Seine Sammlung ist sein Leben, sein Archiv, seine Hinterlassenschaft. Er sortiert nach Motiv, Herkunft, Format und Druckfarbe. Jedes Papier hat seinen Platz. »Man muss ständig Ordnung halten«, sagt er, »und wenn alles schön seine Ordnung hat, dann ist man auch zufrieden.« Mit seiner Sammlung möchte er, wie er selbst sagt, eine winzige Nische im Gedächtnis der Menschheit ausfüllen – und sie eines Tages einem Museum übergeben.

Das DLR: Satellitendaten als digitales Gedächtnis der Erde

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sammelt Daten. Satellitenbilder der Erde, archiviert auf Magnetbändern, verwaltet von Robotersystemen. Hier zählt Masse, nicht Schönheit. Die Mitarbeiter berühren ihre Sammelobjekte nie – Nullen und Einsen. Und dennoch: auch hier der Sammlerimpuls, auch hier das Bewusstsein, etwas für die Zukunft zu bewahren, dessen Wert erst später sichtbar werden wird.

Das verbindende Element zwischen den drei Welten sind Waldsequenzen – schweigend, rhythmisch, geordnet. Der Wald als Spiegel: auch die Natur wird eingeteilt in Klassen, Familien, Gattungen, Arten. Auch hier herrscht Ordnung, auch hier läuft eine Logik durch das scheinbare Chaos.

»Rauschzustände« ist ein stiller, neugieriger Film. Er urteilt nicht, erklärt nicht und hat keine einfachen Antworten. Er beobachtet Menschen in ihrem Verhältnis zu den Dingen – und stellt dabei Fragen, die am Ende jeden betreffen: Was heben wir auf, und warum? Was macht Besitz mit uns? Und was geht verloren, wenn wir loslassen?

Regie, Kamera und Konzept: Uwe Schwarze Diplomarbeit an der Universität der Künste Berlin, Fachbereich Gestaltung, Visuelle Kommunikation · 2002

Kunde

Eigenproduktion

thema

Sammeln

Website

Zeitraum

2002

Unsere Dienstleistung

Regie, Kamera und Konzept: Uwe Schwarze Diplomarbeit an der Universität der Künste Berlin, Fachbereich Gestaltung, Visuelle Kommunikation


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